
NENZLINGEN – Brocki-Halle Laufental, Auftritt Sergio Wagner. Zwischen den Regalen erscheint der Leiter der Brocki-Halle. 67 Jahre alt. Wach, humorvoll, präsent. Einer, der Menschen und Dinge mit ähnlicher Präzision mustert. Ein Blick genügt und er weiss, was passt. Lenz mag ihn sofort.
Sergio Wagner ist seit über vierzig Jahren Brocanteur. Händler wäre zu banal, Sammler zu privat. Vielleicht ist Wagner ein Möglichkeitskurator. Einer, der im Weggeworfenen Zukunft erkennt und Dingen eine zweite Karriere verschafft.
Innert Minuten werden sie fündig: ein kleiner Nussbaum-Schreibtisch aus den 1920er-Jahren für 85 Franken, zwei Stühle aus den 1930ern mit rotem Sitzpolster für 20 Franken, dazu ein persischer Nomadenteppich für 50 Franken. Vor der Halle bauen sie alles probeweise auf. Sergio poliert den Tisch. Lenz setzt sich. Probeermittlung. Es passt. Die Detektei hat plötzlich ein Rückgrat.
Später erfährt Lenz, dass Sergio Wagner nicht nur die Detektei Laufental ausstattet, sondern auch das Schweizer Fernsehen. Für die zweite Staffel der Krimiserie Wilder, die im mystischen Jura spielte, wurde die Kommissarin Rosa Wilder in der Brocki-Halle fündig und dies im grossen Stil. Ständerlampen, Tische, Stühle, Dekofiguren. Die Crew habe immer noch mehr Richtung Ausgang getragen, erinnert sich Wagner.
Mehr dazu im Wochenblatt vom 9. Juli 2026.

