
Vom Dreirad aufs Zweirad. Die Ape tauscht für einmal ihren Dienst gegen ein E-Bike ein. Begleitet wird Lenz von seiner Frau Romana von Tana. Eine bewährte Arbeitsteilung: Während Jonas unterwegs kulturelle Nebenschauplätze rettet, verborgene Geschichten ausgräbt und an jedem dritten Baum ein Potenzial vermutet, sorgt seine Frau für Orientierung, Proviant und Zeitmanagement. Pfadi trifft Soziologie.
Raum, Zeit, Stille
Die Route führt der Lützel entlang nach Kleinlützel, einst das einzige Pfeifendorf der Schweiz. In einer ehemaligen Pfeifen- und Stockfabrik treffen sie auf das Künstlerpaar Jörg Niederberger und Eva Allemann. Atelier, Bildungshaus, Chambres d’Hôtes, Veranda. Im Dachgeschoss: Kellion, ein Raum zum Meditieren. Drei Zutaten scheinen hier sorgfältig konserviert zu werden: Raum, Zeit, Stille.
Weiter geht es Richtung Roggenburg zu einer Badestelle mit Geheimtippstatus. Frisch gemähte Wiese, kalter Fluss, ein improvisiertes Sprungbrett aus einem Baumstrunk. Jonas misst 1,80 Meter Wassertiefe. Beachtlich. Danach Picknick auf einem weissen Tischtuch. Schon fast absurd schön.
Dann Grenzübertritt. Baselland. Roggenburg ist verkehrstechnisch ein Sonderling, geografisch fast vollständig von Jura, Solothurn und Frankreich umschlossen und nur über einen Punkt mit dem übrigen Baselbiet verbunden.
Jukebox Jahrgang 1963
Im Restaurant Rössli wartet Ernst Gerber, 88 Jahre alt. «Eigentlich ist ja alles schon geschrieben», meint Gerber und verweist auf Linard Candreias Buch Laufental von 2015. Darin wird das Rössli als «Wirtshausmuseum» bezeichnet. Lenz schaut sich um: Kachelofen, am Boden fixierte Tische mit barocken Füssen, Jukebox Jahrgang 1963, Zeitungen auf Deutsch und Französisch liegen aus: Le Quotidien Jurassien, Berner Zeitung, Wochenblatt. Nur die Basler Zeitung fehlt.
Ernst Gerber wurde am 1. Januar 1938 geboren. «Ich verdanke mein Alter der guten Luft von Roggenburg», sagt er und zwinkert. Früher Automechaniker, führte er die Dorfgarage. Nach dem Tod seiner Frau Hanni übernahm er das Rössli. Seine Familie wirtet hier seit 1880. Die grossen Feste sind vorbei. Heute kommen der Pöstler am Morgen, drei Pensionierte zum Apéro und vier Stammgäste am Nachmittag.
Die ganze Episode «Die Ränder von Roggenburg» findet sich im Wochenblatt vom 20. August 2026.


Das ist ein spannendes Projekt…erst sah ich das spezielle Auto..was ist passiert, wofür brauchen wir einen Dedektiven? Ein Verbrechen? Heimliche Überwachung? Als dann das Wochenblatt berichtete, fand ich es spnnend und interessant. Ich dachte gehst zum Coiffeur oder zur Kosmetikerin, dann bist doch wieder informiert… aber es isch ä angere Blickwinku u ä nöii Perspektive wie Lenz die Sache u Gschichte ageit…guet so, wiiter so …Gruess Meggie