
Ende September berichtet das Wochenblatt von der Premiere des Laufner Kulturfestes. «Kulturvielfalt auf kleinstem Raum», zwei Wochen von der Geburtsstunde des Vereins Lala, eine Plattform für interkulturellen Austausch, soziales Engagement und nachhaltige Entwicklung. Zwei Initiativen, die Verwandtschaftsgrad haben. Junge Trägerschaft. Interkulturelle DNA. Der Wille, Zusammenhalt nicht zu beschwören, sondern zu praktizieren.
Im Restaurant Löie trifft Jonas auf die soziokulturelle Animatorin Ilenia Theurillat (Verein Lala) und die Maturandin Ciara Meier (Laufner Kulturfest), die beiden Initiantinnen. Zusammen mit drei weiteren jungen Frauen bilden sie den Vorstand des Vereins Lala.
Wovon sie träumen? Ciara spricht von einer Welt, in der nicht jede Idee zuerst durch die Renditebrille betrachtet wird. In der der soziale Nutzen zählt. Und in der die allgegenwärtige Melancholie nicht das letzte Wort hat.
Ilenia träumt von einem Ort. In der Nähe der Birs. Ein Gemeinschaftszentrum. Ein zweites Wohnzimmer. Konsumfrei. Offen. Mit einem Aussenbereich. Permakultur. Erde unter den Fingern. Begegnung ohne Rollen.
Der Soziologe in Jonas nickt innerlich. Wohnzimmer der Gesellschaft. Harald Welzer. Orte des Gemeinsamen. Demokratie als Praxis. Bibliotheken, die kochen. Scheunen, die singen. Räume, die tragen. So ein Ort würde dem Laufental gut anstehen, denkt Jonas.
Beim Abschied bleibt ein Gedanke der beiden Frauen besonders hängen: «Privilegiertheit bedeutet Verantwortung». Jonas geht hinaus, das rote Journal unter dem Arm. Und denkt an Gregor Brand. Wer auf drei zählen kann, darf nicht bei zwei aufhören. Dort, wo die Gaben liegen, liegen auch die Aufgaben.

