
Es gibt Fragen, die wirken auf den ersten Blick schlicht – und entfalten doch bei näherem Hinsehen eine erstaunliche Tiefe. «Laufental, was schlummert in dir?» ist eine solche Frage. Sie steht in Kreideschrift auf einer schwarzen Tafel im nöis, dem lebendigen Treffpunkt für Kultur und Kulinarik in der Region.
Hier, wo sich Menschen begegnen, Ideen entstehen und Gespräche fliessen, fällt auch die Antwort nicht schwer. Marisa Hänggi, Gastgeberin im nöis, richtet den Blick nicht in die Ferne, sondern ganz bewusst nach unten – dorthin, wo das Potential des Laufentals buchstäblich vor den Füssen liegt: an die Birs.
Direkt neben dem Kulturzentrum Alts Schlachthuus, dem kulturellen Herzstück der Region, eröffnet sich eine Vision, die Natur, Kultur und Lebensqualität miteinander verbindet. Die geplante Aufwertung der Birslandschaft ist weit mehr als ein infrastrukturelles Projekt – sie ist eine Chance, dem Laufental einen neuen, identitätsstiftenden Raum zu schenken. Hier ist ein attraktives Ufer im Entstehen: offen, zugänglich und lebendig.
Diese Transformation ist eng verknüpft mit der Weiterentwicklung des Kulturzentrums Alts Schlachthuus. Das Gebäude aus dem Jahr 1897 hat sich längst als kultureller Leuchtturm etabliert, mit Ausstrahlung weit über das Laufental und das Schwarzbubenland hinaus. Doch die Nachfrage wächst und mit ihr der Bedarf an Raum.
Die Stiftung Alts Schlachthuus plant deshalb einen mutigen, aber zugleich feinfühligen Schritt in die Zukunft: einen Erweiterungsbau aus Holz und Glas, der sich als Pavillon zur Birs hin öffnet. Leicht, transparent und einladend soll er wirken – ein Ort, der Innen und Aussen verbindet, Kultur und Natur ineinanderfliessen lässt.
Bis Ende 2027 soll dieser neue Raum entstehen. Er wird nicht nur zusätzliche Kapazitäten für Veranstaltungen schaffen, sondern auch die Infrastruktur entscheidend verbessern – insbesondere im Bereich der Veranstaltungsgastronomie. Gleichzeitig wird der Haupteingang neu gedacht und aufgewertet, um Besucherinnen und Besucher noch direkter ins kulturelle Geschehen hineinzuführen.
Doch das eigentliche Potenzial liegt in der Verbindung all dieser Elemente: Hochwasserschutz, Stadtentwicklung, Kulturförderung und Lebensqualität greifen ineinander. Mit der Verbreiterung des Birsufers entsteht ein neuer Freiraum – ein Stadtpark, der Erholung, Begegnung und Inspiration ermöglicht.
So wird aus einer einfachen Frage eine klare Vision: Im Laufental schlummert nicht nur ungenutzter Raum, sondern die Chance auf einen Ort, der Menschen zusammenbringt. Ein Ort, an dem Kultur wächst, Natur erlebbar wird und die Region ihre Identität weiterentwickelt.

