
Zwischen Aesch und Duggingen thront auf einem breiten Felskopf Schloss Angenstein, eine mittelalterliche Burg. Punkt zwölf Uhr mittags öffnet sich ein Türflügel, und Schlossherr Guido Erzer erscheint. Ein älterer Herr mit Brille und weissem Rollkragenpullover. Seit 1991 lebt Guido Erzer im Schloss, seit 34 Jahren. Er ist Schlossherr, Glöckner und Organist in Personalunion.
«Schon in der Primarschule war ich der Beste, wenn es um Burgen und Ritter ging», schmunzelt Erzer und erzählt über die Grafen von Pfirt im 13. Jahrhundert, über Brände, Plünderungen und Wiederaufbauten. Drei Mal bis auf die Grundmauern zerstört, zuletzt 1984 durch einen Blitzeinschlag. Endlich dürfen die Besucher durch das Tor. Vorbei am unteren Schlosshof mit Remise, Blick hinunter zur Birs und zum getarnten Bunker.
Im ehemaligen Trauzimmer von Aesch bleiben sie stehen. Der Raum ist leer, Parkettboden, zwei Fenster. Jonas’ Augen glänzen. «Ein perfekter Ort für die Detektei», denkt er. Klausur, Ruhe, Geschichte an den Wänden. Nach hartnäckigem Nachhaken ringt er dem Schlossherrn ein «grundsätzlich möglich» ab.
Im inneren Hof, im Donjon, schliesslich die Schlosskapelle. Achteckig, marmoriert. Guido Erzer stellt sich vor den Altar wie ein Pfarrer. «Bis 1988 war die Kapelle offen», sagt er, «ein Refugium für die Pfadi. Hier gingen sie ein und aus.» Auf der Empore die Orgel, auf der der Junggeselle bei über 500 Trauungen gespielt hat.

