
«Inzwischen ist die rote Nase fast gänzlich verschwunden und auch die viel zu grossen Schuhe watscheln nur noch selten durchs Sägemehl der Zirkusmanege», berichtete das Schweizer Fernsehen unlängst in der Sendung «10vor10». Laut dem Schweizer Berufsverband der Zirkusschaffenden ziehe es junge Clowns tendenziell eher Richtung Theater oder ins Spital.
Der Laufentaler Zirkusclown Roli Noirjean (50), mehr als 20 Jahre lang Compagnon von Gaston, ist einer der letzten seiner Art, sozusagen «der letzte Dinosaurier», wie er selbst sagt. Ein Künstler, der an einer Tradition festhält, die langsam zu verschwinden droht.
Im Zürcher Weihnachtszirkus Conelli hält er eine fast verschwundene Kunstform seit 25 Jahren lebendig, seit 2 Jahren mit einem portugiesischen Partner. Vor zehn Jahren zog Noirjean einen Schlussstrich unter das Tourneeleben – und öffnete damit neue Felder und Rollen. Im Impfzentrum Laufen arbeitete er als Liftboy und Personenlenker, an der Art Basel als Securitas bei der Eingangs- und Taschenkontrolle. Auch dort bewies er sein Talent als Situationsentschärfer in Wartezonen und Übergangsräumen. Eine stille, aber konsequente Ausweitung seines Wirkungsfelds: von der Manege auf die Bühnen des Alltags.

