Die erste Inventurbeamtin

Regina

Regina Weibel, Präsidentin der Promotion Laufental, lebt in Dittingen. Dort geboren, hat sie – abgesehen von drei, vier Jahren «vorne durä» – ihr ganzes Leben im Laufental verbracht. Sie kennt das Tal nicht nur biografisch, sondern auch beruflich bis in die letzten Winkel: Zwanzig Jahre lang war sie als erste Inventurbeamtin des Kantons Basel-Landschaft in allen Laufentaler Gemeinden unterwegs. Drei bis vier Wochen nach einem Todesfall schätzte sie Liegenschaften ein, erstellte Inventarlisten, betrat Häuser in Übergangszuständen. «Das Ermitteln der Erben war reinste Detektivarbeit», sagt sie mit einem Augenzwinkern in Jonas Lenz’ Richtung.

So lernte sie das Tal von innen kennen: über Wohnzimmer, Werkstätten, Nachlässe. Über Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Ihre Diagnose: Die Bevölkerung sei innovativer, als ihr oft zugetraut werde. Sie verweist auf Ricola, Richterich oder den international bekannten Künstler Dave Pflugi. Gegenüber Fremden sei das Tal jedoch eher verschlossen. Die Talenge wirke wie ein Becken, ein grosser Topf, alles zur Birs hin orientiert – Tal- und Berggemeinden gleichermassen. Ihre Wohngemeinde Dittingen sei dafür exemplarisch: eng, nach innen gerichtet, stark in sich verwurzelt.

Gleichzeitig beobachtet Regina Weibel, wie Zuzügerinnen und Zuzüger – alternative Milieus, grüne Bewegungen, junge Familien – die Identität des Tals langsam verschieben. Nicht als Bruch, sondern als leise Überlagerung.

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