Weggehen, um zurückzukommen

Mathias Christ im Gespräch

Laufen, Hauptstrasse 24. Der Bären ist ein Bijou geworden. Und längst Lenz’ Stammkneipe. Kaum eine Ermittlung ohne diesen Ort. In der hintersten Ecke richtet er seinen temporären Arbeitsplatz ein: rotes Journal auf dem Tisch, Cappuccino bereit. Dann stellt er einen goldenen Bilderrahmen im A4-Format auf. Schwarzer Grund, weisse Kreideschrift, eine einzige Frage: «Laufental, was macht dich stolz, was kannst nur du?»

Die Türe öffnet sich. Mathias Christ tritt ein, Stadtrat, Vorsteher von Wirtschaft, Kultur und Sport. Er erzählt von seinen Lehr- und Wanderjahren: Samedan, Luzern, Hamburg. Und davon, dass er dem Tal trotzdem nie den Rücken kehrte. Zu stark war die Verwurzelung in der Blasmusik. Kein Weg zu weit für die Probe. Die Liebe und Verbundenheit zur Familie brachten ihn zurück, die Gelegenheit eines Haus-Umbaus nach Laufen, die Arbeit nach Aarau.

Für Lenz verdichtet sich ein Motiv, das im Laufental immer wieder auftaucht: der Rückkehrer. Aufwachsen, Wurzeln schlagen. Weggehen, um Welt zu sehen. Und dann zurückkommen, um etwas einzubringen. Christ tut das als Stadtrat, als Blasmusiker, als Mit-Herausgeber des neuen Laufner Heimatkundebuchs – ein 400-seitiges Kompendium zu Geschichte und Gegenwart des Stedtlis.

Lenz dreht den Bilderrahmen zu seinem Gegenüber. Christ hält kurz inne, bevor er antwortet: Stolz darauf, dass man sich kennt. Auf die Nähe zu den Leuten. Auf das Stedtli, das eigentlich ein Dorf ist. Auf das lebendige Vereinsleben. Auf den Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt. Auf kantonsübergreifende Bildungsinstitutionen wie die Musikschule und das Gymnasium. Auf Zweckverbände, die funktionieren. Auf das Hochwasserprojekt. Auf die Laufner Fasnacht mit ihren zwanzig Guggen – ein Melting Point. Und, und, und.

«Viele wissen gar nicht, wie schön es hier ist», sagt er. «Zu oft sehen wir das halbleere statt das halbvolle Glas. Und verkaufen uns dementsprechend schlecht.», sagt Mathias Christ und verabschiedet sich.

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