
Seit Wochen hatte Jonas auf diesen Moment hingefiebert. Heute Abend wird sein erstes Büro eingeweiht – nicht in einem Hinterzimmer, sondern mitten im Leben. Ein öffentliches Schaufenster an der Hauptstrasse, vis-à-vis vom Rathausstübli. Um halb zehn Uhr abends schliesst er die Tür auf, steigt über zwei improvisierte Treppenstufen ins Schaufenster. Draussen läuft die Hauptstrasse langsam leer, drinnen wird’s still. Nur das Summen der Lampe und das ferne Rollen eines Autos. Jonas entrollt die sechzig Meter lange Papierrolle, legt sie vorsichtig über den Tisch, bis sie den Boden berührt. Eine Bühne aus Papier. Er setzt sich auf den Bistrostuhl, nimmt den dicken Filzschreiber zur Hand und schreibt in grossen Buchstaben: «Auszüge aus dem roten Journal der Detektei Laufental». (mr)

